Was ist Network Marketing

Network Marketing (oder Multilevel Marketing bzw. MLM) ist eine besondere Form des Direktvertriebs von Produkten über ein Netz haupt- und nebenberuflicher selbständiger Vertragshändler ohne weitere Umwege direkt an die Konsumenten. Der Networker profitiert einerseits von Verkaufserlösen, erhält aber auch die Möglichkeit, durch Werbung weiterer Vertriebspartner selbst eine Gruppe oder Organisation aufzubauen und zu betreuen, an deren Umsätzen er in Form von Boni partizipiert. Durch Duplizierung der eigenen Tätigkeit entsteht ein Netzwerk selbständig arbeitender Personen.

Was heisst dies im Einzelnen

Im Network Marketing sind Bonussysteme üblich, die weit in die Tiefe reichen. Hier erstreckt sich der Umsatzbonus auch auf Strukturen, die nicht mehr direkt, sondern von einem nachfolgenden Networker gesponsert bzw. gefördert wurden. Das Einkommen potenziert sich mit dem Anwachsen der Struktur, ohne Mehraufwand an eigener Leistung. Je erfolgreicher die aufgebauten Strukturen sind, desto höher wird das Einkommen. Ein seriös arbeitender Networker wird also danach streben, seine geworbenen Partner zu unterstützen, denn je erfolgreicher diese werden, um so höher wird auch sein Einkommen. Je nach Konzept bieten die einzelnen Unternehmen ihren Partnern recht unterschiedliche Produkte und Konditionen. Wer schnelles Geld ohne Einsatz verspricht, ist jedoch mit grösster Vorsicht zu geniessen, denn auch in diesem Bereich gibt es Schwarze Schafe.

Hier liegt die Chance, sich ohne grosse Startinvestitionen und mit geringen Mitteln, aber selbständiger und engagierter Arbeit einen Neben- oder gar Hauptverdienst aufzubauen. Voraussetzung sind Team- und Lernfähigkeit und die Bereitschaft, eigenverantwortlich am eigenen Erfolg zu arbeiten. Genauso, wie sich nicht jeder Verkäufer mit jedem Produkt wohl fühlt, verbinden auch Networker ihre persönlichen Voraussetzungen, Kriterien, Ziele und Interessen… mit den Angeboten der Branche und suchen sich das für sie persönliche Geschäft aus dem Angebot aus. So sollte es im Idealfall jedenfalls sein.

Network Marketing bietet eine einfachere Form und baut auf dem Prinzip des Franchising auf. Prof. Zacharias von der Fachhochschule Worms, der sich wissenschaftlich mit der Branche auseinandersetzt, bezeichnet Network Marketing als “Franchising des Kleinen Mannes”.

Provisionen werden über mehrere Ebenen verteilt. Erst dadurch entsteht die Möglichkeit, sich auch selbst eine Konstellation erarbeiten zu können, die profitabler ist, als nur 100% aus den eigenen Verkäufen zu verdienen. Sieht man sich den Aufbau einer MLM-Struktur an, besteht diese nur zu ca. 10% aus Personen, die wirklich aktiv arbeiten. Sehr viele Networker sind nur in geringem Umfang aktiv oder nutzen die günstigeren EK-Preise nur für den eigenen Bedarf.

Auch die darüber liegende Struktur erhält Provision vom Anbieterunternehmen für ihre Aufbau- und Betreuungsleistung. Durch den weggefallenen Grosshandel wird ja die Spanne desselben frei und kann in die Struktur verteilt werden, ohne die Spanne der Einzelhändler zu beeinträchtigen. Die freigewordene Grosshandelsspanne fliesst also in Aufbau und Betreuung der Struktur.

Sinn des Network Marketing ist also vor allem Einsparung immenser Kosten für Werbung und Produkteinführung, welches komplett und erfolgsorientiert vom Vertrieb selbst durch Empfehlungsmarketing übernommen wird. Jeder beginnt am gleichen Punkt, sollte möglichst viel über das Geschäft, die Möglichkeiten und die Produkte lernen und kann sich dann allein durch persönliches Engagement die Position erarbeiten, für die er sich durch seine Arbeit qualifiziert.

Warum nun aber “Selbständigkeit light”? - Ganz klar - Man kann erst einmal hineinschnuppern, ob einem diese Art der Arbeit überhaupt liegt. Man muss nicht erst für Equipment und sonstiges in Vorleistung gehen, um dann vielleicht festzustellen, dass man vielleicht zehntausende Euro in den Sand gesetzt hat.

Der nebenberuflich mögliche Einstieg ist der wichtigste Punkt, auch dass man auf Dauer nebenberuflich arbeiten kann, indem man einfach weniger tut. Gearbeitet wird bei freier Zeiteinteilung und ohne Beeinträchtigung durch Weisungen Vorgesetzter. Eines der Hauptargumente für Nebenverdienstsuchende, die auf flexible und selbst gestaltbare Arbeitszeiten angewiesen sind.

Gewerblich beginnt es dort zu werden, wo man beginnt, einen Kundenkreis aufzubauen oder weitere Partner wirbt, also eine auf Dauer und Gewinn ausgerichtete Tätigkeit tatsächlich ausübt. Hier wird eine Gewerbeanmeldung erforderlich.

Für Einsteiger empfiehlt sich die Kleinunternehmerregelung, also Umsatzsteuerbefreiung. Hier genügt die Führung eines Kassenbuchs und das Sammeln von Belegen sowie die jährliche Abgabe einer Einkommensteuererklärung.




Autor  Norbert Warnke
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